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Ausstellung in der Stadtbibliothek Bruneck (28.06-29.07.2007)
Eröffnung: 28. Juni 2007, 19.30 Uhr
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Flora, Paul,
österr. Zeichner und Graphiker,
29.6.1922 Glurns/Südtirol, 1927 Übersiedl. nach
Nordtirol, Stud. in München 1942-44 bei Schinnerer
und Gulbransson, 1944/1945 Soldat.
Ab 1945 freischaffend in Innsbruck tätig. Besucht Alfred Kubin in
Zwickledt/
Oberösterreich, Beginn einer künstl. fruchtbaren Freundschaft bis zu
Kubins Tod. Erste Einzelausstellung 1945 in Bern, erstes eigenes Buch
1947.
In der Frühzeit viele Buch-Illustrationen satirischen Inhalts. 1948
Mitglied des Art-Club/Wien, ab 1953 Zusammenarbeit mit dem
Diogenes-Verlag/Zürich, zwischen 1957 und 1971 wöchentliche Zeichnungen
in der Hamburger Zeitung "Die Zeit".
Mitarbeit an internationalen
Zeitungen wie "The Times Literary Supplement", "Du", "Dagens Nyheter",
"Observer". Ab 1964 bis 1992 kuratiert er Ausstellungen für die
städtische Taxis-Galerie in Innsbruck.

Flora: Ein verwurzelter Tiroler
Auszeichnungen (Auswahl):
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Preis der Tiroler Landesregierung 1948.
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Preis der Gesellschaft zur Förderung neuer Kunst, Wien 1948.
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Ehrenzeichen des Landes Tirol 1959, Ehrenlokführer der Zillertalbahn seit 1964,
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Großes Deutsches Bundesverdienstkreuz 1985,
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Korresp. Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste seit 1986,
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Premio internazionale Asiago d`Arte Filatelica 1986,
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Ehrenbürger der Stadt Glurns 1992,
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E.O.Plauen-Preis, Chemnitz 1999,
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Ehrenbürger der Stadt Innsbruck 2002
Das genialische Frühwerk ist anfangs stark von Kubin geprägt. Noch
vor 1950 bricht er radikal mit der dichten Schraffur und wendet sich
der feinnervigen, dünnlinigen, zarten Umrisszeichnung zu. Konsequent
entwickelt er eine unverkennbare Strichtechnik mit Tuschfeder, mit der
weit über Europa hinaus identifiziert wird.
Der techn. Meisterschaft gesellt sich ein Blick für das originelle,
zuweilen abseitige Sujet. Der Witz reicht von ätzender Satire, über
milde Ironie bis zu gelassenem Humor. Flora hat sich auch dann, wenn er
Karikaturen verfertigte, stets als Zeichner verstanden.
Wiederkehrende Themen sind Städte wie Venedig mit seinem Karneval
und der commedia dell´arte, Akrobaten, Herbststimmungen,
Militärszenerien, angemaßter Hochmut der Herrschenden sowie die
organisierte Spießigkeit von Vereinen und Verbänden, erotische und
andere Unglücksfälle, Untergangszenarien der k.u.k.Monarchie sowie
Richard Wagner, Napoleon, Nietzsche, Edgar Allen Poe. Wappentier und
zugleich häufiges Motiv ist der Rabe.
In den sechziger Jahren
wird der Strich fester, die Umrisslinie dicker, die Binnenzeichnung
zusehends dominant. Ab den siebziger Jahren beginnt die Schraffur auf
eine unverwechselbare Art das Blatt zurückzuerobern, wodurch er starke
Effekte mit der fein abgestuften Kontrastierung von hell zu dunkel
erzeugt. Zur selben Zeit setzt er auch die Farbe sparsam als weiteres
malerisches Element seiner zeichnerischen Arbeit ein (Aquarellfarbe,
später Buntstift). In den achtziger Jahren ergänzt er sein Ouevre um
die Bleistift-Zeichnung.
Im Alterswerk tritt schließlich ein stark lyrisches Element in
manchen Bildern hinzu: Herbstlandschaften, einsame Reiter im Nebel,
kahle Bäume, einsam verfallende Häuser.
Flora wurde in seiner graphischen Eindrücklichkeit wegweisend für das
20. Jahrhundert und prägte es als Zeichner wie kein Anderer, so wurde
er nicht nur einer der wichtigsten, sondern auch einer der beliebtesten
Zeichner Europas. Arbeiten aus seiner Hand finden sich in vielen
öffentlichen und privaten Sammlungen.
Ausstellungen (Auswahl):
Galerien: BERN, Zofingia 1945.
WIEN, Neue Galerie 1947.
MÜNCHEN, Galerie Gurlitt 1949 und danach
in vielen hundert Galerien in Europa und den USA.
Stammgalerien sind: Innsbruck (Galerie Flora) und Salzburg (Galerie Seywald)
Museen: (Auswahl) MUSEUM FERDINANDEUM, Innsbruck 1952
Beginn
einer Wanderausstellung u.a. in: FOLKWANG MUSEUM, Essen; KUNSTHALLE
BREMEN; WILHELM BUSCH-MUSEUM, Hannover; AARGAUER KUNSTHAUS; KUNSTMUSEUM
WINTERTHUR; MUSEE DE GRENOBLE; MUSEUM NYMWEGEN; BIENNALE VENEDIG
KUNSTHALLE BREMEN 1959
WILHELM BUSCH MUSEUM HANNOVER 1963
BIENNALE VENEDIG 1966
SUERMONT MUSEUM AACHEN 1972
FOLKWANG MUSEUM ESSEN 1974
MUSEUM NYMWEGEN 1979
MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE HAMBURG 1984
ALBRECHT DÜRER-HAUS NÜRNBERG 1989
HISTORISCHES MUSEUM DER STADT WIEN (Retrospektive) 1992
BAYERISCHE AKADEMIE DER SCHÖNEN KÜNSTE (Retrospektive) 1997
PALAIS ESPLANADE MERAN (Retrospektive) 2002
PALAIS HARRACH Wien (Retrospektive) 2002
Bücher von Paul Flora:
Der Mensch denkt, 1947;
Herr Huber im wilden Westen, 1947;
Flora´s Fauna, 1953;
Das Musenross, 1955;
Das Schlachtross 1957;
Trauerflora, 1958;
Vivat Vamp, 1959;
Der Zahn der Zeit, 1961;
Ach du liebe Zeit, 1961;
Königsdramen, 1966;
Veduten und Figuren, 1968;
Der gebildete Gartenzwerg, 1969;
Die verwurzelten Tiroler und ihre bösen Feinde, 1970;
Als der Großvater auf die Großmutter schoß, 1971;
Hungerburger Elegien, 1975;
Penthouse, 1977;
Der blasse Busenfreund, 1979;
Vergebliche Worte, 1981;
Nocturnos, 1982;
Die Raben von San Marco, 1985;
Die welke Pracht, 1990;
Frühe Zeichnungen, 1992;
Zeichnungen (Retrosp. z. 75.Geb.)
Paul Flora und Karl Markus Gauß, Ein Florilegium, 2002 (z. 80. Geb.);
Paul Flora und Karl Markus Gauß, Die sonderbare Stadt, 2003;
Texte von Paul Flora:
Gezeichnetes und Geschriebenes, 1987
Dies und Das, 1997
Artikel unter anderm in: C. Pack, Mod. Graphik in Österreich, Hn 1969
Fuchs, Maler (20.Jh) I
1985 Wilhelm Busch Museum, Paul Flora, 1984
Bay. Akad. D. schönen Künste, Floras Fauna, 1997
Kunsthistorisches Museum Wien, Zeichnungen 1938-2001, 2002 (z. 80. Geb.)
Filme über und mit Flora
(zwischen 1989 und 1993): Die Raben von San Marco. ? Floras Fauna. ? Ein Fischer im Drüben. (Zu Alfred Kubin) ? Ein Abenteurer im Schlafrock (zu Paul von Rittinger)
1963 entwarf Flora Bühnenbilder, zwischen 1985 und 1998 mehrere
Briefmarkenserien für Österreich und das Fürstentum Liechtenstein.
(u.a. 1988 Sommer- und Winterolympiade)
Quelle: Lexikon Thieme-Becker; Artikel: Karl Markus Gauß